Kinderwunschzentrum Altonaer Strasse

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IVF/ICSI

Nach einer ausführlichen Phase der Diagnostik (Voruntersuchungen) wird gemäß dem in der Reproduktionsmedizin etablierten Stufenkonzept vielleicht auch eine Reagenzglasuntersuchung erforderlich.

Etabliertes Stufenkonzept

Findet die Befruchtung einer Eizelle außerhalb des Körpers in einem Reagenzglas statt, so spricht man von einer in-vitro-Fertilisation (IVF) oder auch assistierten Befruchtung.

Im Wesentlichen wird diese Behandlung bei funktionsunfähigen bzw. fehlenden Eileitern angewendet, zum Beispiel wenn bei der Frau eine Sterilisation vorausgeht.

Aber auch bei langjähriger ungeklärter Sterilität wird die in-vitro-Fertilisation durchgeführt.

 

Bei dieser Behandlung werden Eizellen aus dem Eierstock entnommen und außerhalb des Körpers mit den Samenzellen zusammengebracht. Die Embryonen werden dann in die Gebärmutterhöhle übertragen. Die Gewinnung der Eizellen kann heute schonend unter Ultraschallsicht in sogenannter Masken-Narkose (keine Intubation) durchgeführt werden. Der Embryotransfer ist in der Regel schmerzlos und kann ohne Narkose durchgeführt werden.

in-vitro-Fertilisation (IVF)

Die Behandlung beginnt zumeist mit einer Hormontherapie zur Gewinnung von mehreren Eizellen, die durch eine Punktion der Eiblässchen durch die Scheide in Narkose gewonnen werden.
Im Anschluss erfolgen die Befruchtung der Eizellen in einer Kulturschale mit entsprechend aufbereitetem (gewaschenem und konzentriertem) Samen, sowie eine entsprechende Kultivierung in einem Brutschrank.

IVF / ICSI

 

Am 2. bis 5. Tag nach der Punktion wird der Embryo-Transfer (ET) ambulant ohne Narkose durchgeführt. Hierbei wird der mehrzellige Embryo bzw. werden die mehrzelligen Embryonen (maximal 3) über einen Katheter in die Gebärmutter gebracht.

 

 

Das erste IVF-Baby war Louise Brown, geboren am 25. Juli 1978 in der Bourn Hall Clinic in der Nähe von Cambridge in England.
Am 21. Dezember 2006 brachte Louise Brown selbst ein Kind (Cameron John) zur Welt.

Der Gynäkologe Patrick Steptoe

Dem Gynäkologen Patrick Steptoe (li.), der schon verstorben ist, und dem Biologen Robert G. Edwards gelang diese erfolgreiche Behandlung. Damals sprach man noch vom "test-tube baby".

Steptoe PC, Edwards RG
Birth after the reimplantation of a human embryo
Lancet 1978 Aug 12;2 (8085): 366
(Download: > Assisted reproductive technology in Europe 2010 PDF)

 

Am 16. April 1982 kam in der Universitätsfrauenklinik Erlangen das erste Deutsche IVF-Baby zur Welt.
Sir Robert Geoffrey Edwards erhielt 2010 den Nobelpreis für Medizin.
(Download: > Intrauterine Iinsemination 2010 PDF)

 

Die Ursache der ungewollten Kinderlosigkeit muß nicht zwangsläufig bei der Frau liegen. In zunehmendem Maße ist die Qualität des männlichen Samens z.B. durch Umwelteinflüsse geschädigt. Hierbei kann eine Funktionseinschränkung vorliegen, so daß es weder im Eileiter noch im Reagenzglas zu einem Eindringen einer Samenzelle in die Eizelle kommt.

Diese Einschränkung der Samenqualität kann durch eine Mikroinsemination, die sogenannte intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), überwunden werden. Bei diesem Vorgang erfolgt ein direktes Einbringen eines einzelnen Spermiums in eine Eizelle mit Hilfe einer komplizierten Apparatur. Diese Methode stellt damit eine Erweiterung der IVF-Therapie dar, für den Fall, daß beispielsweise sowohl ein Eileiter- als auch ein Spermienproblem vorliegen.

Durch die Einführung der ICSI-Behandlung kann vielen Paaren zu einem eigenen Kind verholfen werden, die früher nur durch Nutzung einer Samenspende behandelbar waren.

intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)


Für gesetzlich versicherte Paare gelten auch bei der ICSI-Methode die Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung. Durch zwei Spermiogramme im Abstand von mindestens 3 Monaten sind wiederholt starke Einschränkungen der Messwerte nachzuweisen:

Nativ-Ejakulat:  

Konzentration  <10 Mio./ml  
Gesamtmotilität  <30 %  
Progressivmotilität (WHO A) <25 %  
Normalformen  <20 %  

 

Sind nicht alle Kriterien gleichzeitig erfüllt, so ist das entscheidende Kriterium die Progressivmotilität. Sofern diese unter 15 % im Nativsperma oder unter 30 % im swim-up-Test liegt, so liegt eine Indikation für die intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) vor. Die Beurteilung des Spermas hat dabei nach den gültigen WHO-Vorgaben zu erfolgen.

Wenn Sie ein Spermiogramm bei einem Urologen oder Dermatologen erstellen lassen, fragen Sie bitte vorher, ob die WHO-Einteilungen benutzt werden. Das kann auch für die Kostenerstattung von späteren Kinderwunsch-Behandlungen wichtig sein! 

Am Anfang gab es andere Versuche, die Spermien möglichst nahe an die Eizelle heranzubringen.

 

Mikroinjektion

Die erste erfolgreiche ICSI Behandlung wurde von Dr. Gianpiero D. Palermo, einem aus Italien stammenden Mediziner in Brüssel durchgeführt. Jetzt arbeitet er in New York.

Palermo G., Joris H., Devroey P., van Steirteghem AC.
Pregnancies after intracytoplasmic injection of single spermatozoon into an oocyte.
Lancet 1992 Jul 4;340(8810):17-8

(Download: > Pregnancies after intracytoplasmic injection PDF)

 

 

Im Folgenden werden häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit einer IVF/ICSI-Therapie, gestellt und eine kurze Antwort angeboten. Dies ersetzt jedoch nicht das persönliche Beratungsgespräch.

 

Wie lange dauert die Eizellentnahme?
Das hängt von der Follikelanzahl ab, durchschnittlich 10-15 Minuten.


Befindet sich in jedem Follikel eine Eizelle?
Nein. Bei sehr niedrigen Hormonwerten (Östradiol) und nur ein oder zwei Follikeln im Ultraschall kann es vorkommen, dass die Follikel keine Eizellen enthalten (Syndrom des leeren Follikels). Sind jedoch viele Follikel vorhanden, ist es oft schwierig, jeden einzelnen Follikel bei der Ultraschalluntersuchung zu sehen.


Ist die Eizellentnahme ein schmerzhafter Eingriff?
Der Eingriff wird meistens unter Narkose durchgeführt. Es können jedoch auch verschiedene andere Medikamente eingesetzt werden. Die meisten Patientinnen verspüren bei diesem Eingriff keine größeren Schmerzen.


Wie werden Sie sich nach diesem Eingriff fühlen?

Viele Frauen sind nach dem Eingriff müde. Einige Frauen leiden auch an leichter Übelkeit. Sie können sich in unserem Hause erholen. Ein Großteil der Frauen fühlt sich einen Tag nach dem Eingriff bereits so gut, dass sie wieder arbeiten können.


Wann sollte der Partner seine Samenprobe abgeben?

Am Tag des Eingriffs wird Sie unser Laborteam über den genauen Zeitpunkt informieren. Bei Problemen mit der Spermaabgabe in der Praxis können andere Lösungen gefunden werden.


Wird jede gewonnene Eizelle befruchtet?

Im Durchschnitt liegt die Befruchtungsrate bei 65-70 %. Bei einigen Paaren wird sogar eine Befruchtungsrate von 100 % erreicht. Insgesamt kommt es bei 95 % der Paare zur Befruchtung der Eizellen.


Wann werden befruchtete Eizellen eingefroren?

Wir können befruchtete Eizellen, die nicht für den Transfer vorgesehen sind, einfrieren. Dies erfolgt einen Tag nach dem Eingriff.


Wie lange können eingefrorene befruchtete Eizellen gelagert werden?

Es ist davon auszugehen, dass die eingefrorenen, befruchteten Eizellen unbegrenzt gelagert werden können. Es sind Fälle beschrieben, in denen gesunde Kinder zur Welt gebracht wurden, die sich aus acht Jahre eingegefrorene befruchtete Eizellen entwickelt haben.


Werden alle überzähligen befruchteten Eizellen eingefroren?

Wir empfehlen die Kryokonservierung nur bei qualitativ hochwertigen befruchteten Eizellen, da diese nach dem Auftauen bessere Chancen auf eine Einnistung haben.


Kann man auch Eizellen einfrieren?

Ja – man benutzt dazu in der Regel die Vitrifikation, das sogenannte „schnelle Einfrieren“. Dies ist mit einer Überlebensrate nach dem Auftauen von 95 % verbunden.


Wann kann ich zu normalen Tagesaktivitäten zurückkehren, wie z.B. Auto fahren, Spaziergängen, in die Arbeit gehen?
Sie können diesen Tätigkeiten bereits 48 Stunden nach dem Transfer nachgehen. Wir empfehlen Ihnen jedoch, sich nicht zu großen Anstrengungen auszusetzen.


Wann kann ich wieder mit sexueller Aktivität beginnen?

"Alles wie immer, nur die Hälfte" lautet eine Empfehlung, die auch hier zutrifft.
Es gibt aber keine wirkliche Regel.


Welche ist die beste Körperlage nach dem Transfer?

Es gibt keine fundiert wissenschaftlichen Untersuchungen dazu – so wie Sie sich wohl fühlen.


Wann kann ich baden?

Einen Tag nach dem Transfer können Sie baden.


Wann kann ich nach dem Transfer nach Hause?

Sie können unmittelbar nach dem Transfer nach Hause gehen.