Kinderwunschzentrum Altonaer Strasse

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Neue Therapieansätze
(Einnistungsspritze & Scratching)

Einnistungsspritze

Erstmals gab es im Jahre 2006 Berichte zu einer sogenannten „Einnistungsspritze“ bei der IVF-Behandlung.
Dabei handelt es sich um die einmalige Gabe des Medikamentes Decapeptyl 0,1 mg (Wirkstoff: Triptorelin) sechs Tage nach der Follikelpunktion.
Man erhoffte sich von diesem Medikament eine kurzfristige Anregung des Gelbkörpers zu einer vermehrten Hormonproduktion.

 

Beneficial effect of luteal-phase GnRH agonist administration on embryo implantation after ICSI in both GnRH agonist- and antagonist-treated ovarian stimulation cycles.
Tesarik J, Hazout A, Mendoza-Tesarik R, Mendoza N, Mendoza C.
MAR&Gen, Molecular Assisted Reproduction and Genetics, Granada, Spain.
Human Reproduction; 2006;21:2572-2579

In dieser Untersuchung erhielten 300 Patientinnen 6 Tage nach der Follikelpunktion das Medikament, 300 nur ein Plazebo (Scheinmedikament).
Es zeigte sich mit der Einnistungsspritze eine Implantationsrate/Embryo von 27,1 % gegenüber 17,4 % mit Plazebo sowie eine Geburtenrate von 25,2 % gegenüber 14,6 % - dies war ein statistisch signifikanter Vorteil.
 
Da das Medikament für die Unterstützung der Gelbkörperphase nicht zugelassen ist, kann man es nicht auf ein Kassenrezept verschreiben.

 

Scratching

Es gibt mehrere aktuelle wissenschaftliche Hinweise, dass die gewollte, lokale Verletzung des Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) ca. einen Monat vor einer geplanten Kinderwunschbehandlung (ca. 20. bis 26. Zyklustag) die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, dass sich ein Embryo in die Gebärmutterschleimhaut einnisten kann.

 

Potdar N, Gelbaya T, Nardo LG.
Endometrial injury to overcome recurrent embryo implantation failure: a systematic review and meta-analysis.
Reprod Biomed Online. 2012 Dec; 25(6):561-71

Granot I, Gnainsky Y, Dekel N.
Endometrial inflammation and effect on implantation improvement and pregnancy outcome.
Reproduction. 2012 Dec;144(6):661-8

 

Schleimhautprobe

Über den genauen Mechanismus wird noch geforscht – es scheint sich um einen positiven Effekt einer „Mini-Entzündungsreaktion“ zu handeln.

Der Ablauf ist, dass mit einem kleinen flexiblen, weichen Plastik-Katheter ohne Narkose in die Gebärmutteröffnung eingegangen wird und durch eine kleine seitliche Öffnung am Katheter ein wenig Schleimhaut entfernt wird.
Dies ist in der Regel nicht schmerzhaft und wird kaum gespürt.

 

Es kann unter Umständen zu einer Entzündung in der Gebärmutter kommen. Dies ist jedoch extrem selten. Es wird mit einem sterilen Einmal-Katheter gearbeitet.
Wenn es z.B. durch Voroperationen an der Gebärmutteröfnung (Konisation etc.) nicht gelingen sollte den Katheter einzuführen, wird die Behandlung dann abgebrochen und nicht fortgeführt.

In dieser Situation ist dann aber auch zumindest geklärt, dass vor einem möglichen Embryotransfer der Kanal zum Inneren der Gebärmutter in der Regle in Narkose (z.B. bei der Eizellentnahme) gedehnt und somit geöffnet werden sollte.

Das Scratching ist nach den derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen keine Leistung, die über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden kann.